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16.12.2008390.000 Beschäftigte mehr im Land
Düsseldorf. Im Konjunkturaufschwung seit März 2006 hat sich die Zahl der Beschäftigten im größten Bundesland um 390.000 auf 5,9 Millionen erhöht. Die Arbeitslosigkeit sank auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren. Der Arbeitsmarkt ist flexibler geworden. Zeitarbeit ist ein wesentliches Instrument, stellt aber landesweit nur 3 Prozent der Beschäftigten. 366.000 Arbeitslose weniger und ein Beschäftigungswachstum von 390.000 wertet die Bundesagentur für Arbeit als Ergebnis einer konjunkturellen Aufwärtsentwicklung, die in Folge der weltweiten Bankenkrise auslaufe. Jedoch sei der Arbeitsmarkt auf den Abschwung besser eingestellt als in der Vergangenheit.
Die Unternehmen nutzten flexibel die Instrumente der Personalpolitik - insbesondere die Kurzarbeit, um Entlassungen zu vermeiden.
Der Rückgang der Arbeitslosigkeit sei aber auch ein Ergebnis der Reformen am Arbeitsmarkt, beurteilt Christiane Schönefeld, Leiterin der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit, die aktuelle Situation Ende 2008, warnt aber auch: «Die Einschätzungen für 2009 verschlechtern sich kontinuierlich. Ein dramatischer Einbruch ist im ersten Halbjahr allerdings nicht zu erwarten.»
Während die Arbeitslosigkeit im Aufschwung seit 2006 mit 712.500 auf ihren niedrigsten Stand seit 15 Jahren sank, stieg die Zahl der Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen zweieinhalb Jahren deutlich an. Im März 2006 waren über 5,5 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Ein Jahr später waren es bereits über 120.000 Beschäftigte mehr (5,65 Millionen). Bis zum September 2008 stieg die Beschäftigung um weitere 275.000 auf 5,92 Millionen.
Vielfach wird die Zeitarbeit als Treiber des Beschäftigungs-Booms gesehen. Auf alle Fälle ist die Beschäftigtenzahl von März 2006 bis März 2008 um 52.440 oder +56 Prozent auf 146.400 gesteigert worden. Insgesamt macht der Anteil der in Zeitarbeit Beschäftigten 2,5 Prozent der Gesamtbeschäftigung aus.
Obwohl im Verhältnis nicht mehr Frauen beschäftigt waren (ihr Anteil an allen Beschäftigten blieb konstant bei 43%), arbeiten über 80.000 Menschen mehr in Teilzeit als noch vor zwei Jahren. Nicht berücksichtigt sind dabei die so genannten Minijobs.
Die Stille Reserve auf dem Arbeitsmarkt verringerte sich in West-Deutschland in den zurückliegenden beiden Jahren. Hier wirkt sich nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit aus, dass die so genannte «58er-Regelung», die mit dem Bezug von Arbeitslosengeld einen gleitenden Übergang in den Ruhestand ermöglichte, Anfang 2008 ausgelaufen sei.
Allein in Nordrhein-Westfalen waren Mitte Oktober 8000 Beschäftigte der Automobilbranche von Kurzarbeit betroffen oder davon bedroht. Über 216.000 Menschen in NRW arbeiten in diesem Wirtschaftszweig, nicht eingerechnet die Leiharbeitnehmer, die in der Automobilindustrie einen erheblichen zusätzlichen Personalanteil ausmachen.
Das Risiko der Arbeitslosigkeit steige in Zeiten der wirtschaftlichen Anspannung besonders für gering qualifizierte und wenig flexible Arbeitnehmer. Wer durch Weiterbildung seine Fachkenntnisse auf aktuellem Stand halte, verringere für sich das Risiko der Arbeitslosigkeit.
[Quelle: Aachener Zeitung | www.az-web.de]



