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31.07.2009Eine halbe Million Zeitarbeiter in Deutschland

Der Bundesverband Zeitarbeit und Personal-Dienstleistungen sieht besonders im Gesundheitswesen und im IT-Bereich noch großes Potenzial für Arbeitssuchende.

Berlin. Nach Angaben des Bundesverbandes Zeitarbeit und Personal-Dienstleistungen (BZA) gab es im Juni dieses Jahres wieder mehr Beschäftigung für Zeitarbeiter in der Bundesrepublik. Mit einem Anstieg von fast 4 Prozent gibt es nun gut 526.000 Personen in der Zeitarbeitsbranche.

Trotz Krise mehr Aufträge von Automobilbauern und Zulieferbetrieben

Dass der Arbeitsmarkt in diesem Sommer noch gut dastehe sei auch dem Zuwachs in der Zeitarbeit zu verdanken, so der BZA-Präsident Volker Enkerts gegenüber der Tageszeitung «Die Welt». «Wir bekommen wieder mehr Aufträge aus dem Automobilbau und von den Zulieferern», ergänzte er. Das sei die erste Zunahme von Aufträgen seit rund einem Jahr. «Insgesamt hat uns die Krise 300.000 Stellen in der Zeitarbeit gekostet», führte der Präsident aus.

Für Enkerts besteht besonders im Dienstleistungsbereich gute Möglichkeiten, Arbeit zu finden. Im Moment würden händeringend Mitarbeiter im Gesundheitswesen und im IT-Bereich gesucht. Eine große Rolle könne in der Zukunft auch die Bau-Branche spielen. Sollte die Zeitarbeit im Bereich des Bauhauptgewerbes zugelassen werden, könnten dort nach Schätzungen Enkerts 100.000 Arbeitsplätze mehr besetzt werden.

Der Verband fordert weniger starre Gesetze in der Zeitarbeitsbranche

Von der im Herbst zu wählenden Bundesregierung forderte Enkerts eine «weitere Entfesselung der Zeitarbeit». Diskriminierende Sonderbestimmungen müssten wegfallen, auch ein Arbeitnehmerüberlassungsgesetz sei überflüssig. Der Präsident des Bundesverbandes Zeitarbeit und Personal-Dienstleistungen sprach sich ebenfalls dafür aus, den gesetzlichen Begriff «Leiharbeit» zu streichen. «Wir verleihen keine Menschen», sagte Enkerts. «Leiharbeit» sei ein politischer Kampfbegriff und sachlich falsch. (ag/ddp)

[Quelle: ddp Nachrichtenagentur | www.ddp.de]