„Unser Ziel ist wirtschaftliche Sicherheit für unsere Kunden.“

Veröffentlicht am: 14.10.2011

Ein Gespräch mit Hans Mörsch, Mitglied der Geschäftsführung des Personaldienstleisters abakus Unternehmensgruppe Fulda, vor dem Hintergrund des aktuellen iGZ-Mittelstandsbarometers.

Frage: Herr Mörsch, Vollzeitbeschäftigung, Übernahmechancen und Wachstum. Sehen Sie in Ihrem Unternehmen ähnliche Tendenzen wie die Studie?

Mörsch: Ja, die Ergebnisse der Studie spiegeln aus unserer Sicht sehr gut die Situation in der Zeitarbeitsbranche wieder. Aber, was noch wichtiger ist, auch die Chancen. Denn für unsere Mitarbeiter bedeuten diese Faktoren vor allem eine sichere Basis für ihre berufliche und persönliche Weiterentwicklung. Gerade Themen wie Vollzeitbeschäftigung oder Übernahmen stellen eine gute Zukunftsperspektive dar, auf der man auch planen kann.

Frage: Aber gehen Ihnen durch die Übernahmen nicht auch Mitarbeiter und damit Kapital verloren?

Mörsch: Schon, aber wir freuen uns über und mit jedem Mitarbeiter, der übernommen wird. Denn in diesem Fall konnten wir den richtigen Mitarbeiter zum richtigen Arbeitsplatz vermitteln. Natürlich schwanken dadurch unsere Mitarbeiterzahlen von durchschnittlich 1.000 Vollzeitkräften. Aber: viele neue Bewerber melden sich auf Empfehlung bestehender Mitarbeiter bei uns. Hier macht sich der partnerschaftliche und faire Umgang bezahlt, den wir mit unseren Mitarbeitern pflegen.

Frage: Und das allein ist ausreichend?

Mörsch: Das ist ein großes Plus. Wir haben uns von Anfang an zum Ziel gesetzt, wirtschaftliche Sicherheit für unsere Kunden und Mitarbeiter zu erreichen. Ein fairer und offener Umgang ist dazu die Grundvoraussetzung. Und schafft das Vertrauen, das die Basis einer langen Zusammenarbeit bildet – für beide Seiten. Diese Kontinuität und Zuverlässigkeit zeichnet uns aus und spricht auf der anderen Seite die Wünsche unserer Mitarbeiter und Kunden an. Parallel dazu nutzen wir die Möglichkeiten des Personalmarktes zur gezielten Ansprache von potentiellen Mitarbeitern. Und: in einigen Marktbereichen arbeiten wir sehr gut mit der Agentur für Arbeit zusammen.

Frage: Sehen potentielle Bewerber die Zeitarbeit mehr als Chance oder als Sackgasse?

Mörsch: Überwiegend als Chance. Denn nach wie vor ist Zeitarbeit der am meisten genutzte Weg, um wieder in das Berufsleben einzusteigen oder sich bei guter Bezahlung am Arbeitsmarkt umzusehen. Dies gilt vor allem für Berufseinsteiger (nach dem Studium oder der Berufsausbildung) und für Personen, die sich räumlich verändern wollen. Aber gerade in dieser Fragestellung schafft die Studie Klarheit: die Zahl der Mitarbeiter von Zeitarbeitsunternehmen wächst und jeder dritte Zeitarbeiter wird in ein festes Anstellungsverhältnis übernommen – wenn das mal keine Chance ist.

Frage: Auch Ihr Unternehmen konnte in den letzten Jahren Wachstum verzeichnen.

Mörsch: Das ist richtig. Durch die anhaltende konjunktutrelle Erholung benötigen die Kunden unsere Dienstleistungen in immer stärkerem Umfang. Allein im letzten Jahr konnten wir deshalb eine Umsatzsteigerung von 7,6% auf 30,2 Millionen Euro erzielen. Qualifiziertes Personal wird möglichst kurzfristig und punktgenau gesucht – und das quer durch alle Branchen und alle Berufszweige. Besonders in Segmenten, in denen wir seit Jahren zu Hause sind, ist die Nachfrage sehr groß: qualifizierte gewerbliche und kaufmännische Fachkräfte sowie Personal für das mittlere Management.

Frage: Die Nachfrage ist also vorhanden. Planen Sie auf dieser Basis eine weitere Expansion?

Mörsch: Wir wollen die aktuellen Möglichkeiten zwar nutzen, aber nicht um jeden Preis. Möglich wäre eine Flächenerweiterung der aktuell 20 Geschäftsstellen um weitere zwei bis drei pro Jahr. Dieses Wachstum können wir organisatorisch und finanziell sehr gut schultern. Für uns kommt immer Qualität vor Quantität.

Frage: Und das bedeutet?

Mörsch: Ein rein mengenmäßiges Wachstum ist zu kurz gedacht. Wir haben bereits eine gute regionale Abdeckung und wollen unsere Kunden zukünftig mit weiteren Angeboten unterstützen. Dazu gehören neben neuen Branchen- oder Berufszweigen auch zusätzliche Dienstleistungen.

Frage: Sie blicken also positiv ins kommende Jahr?

Mörsch: Das Jahr 2012 wird insgesamt einige Herausforderungen für unsere Branche mit sich bringen. Ein starkes Nachfrageverhalten der Kunden steht der aktuellen Situation auf dem Personalmarkt gegenüber, die sich weiter verschärfen wird: qualifiziertes Personal wird sich stark verknappen und auf Seiten der Unternehmen kommt die Unsicherheit hinzu, wohin die wirtschaftliche Entwicklung gehen wird. Für die Zeitarbeitsbranche selbst wird vor allem eine gelungene Umsetzung von Equal Pay, also der Entgeltgleichheit, erfolgsentscheidend werden. Als Unternehmen sehen wir uns aktuell gut für diese Herausforderungen vorbereitet: durch unsere breit aufgestellte Suchstrategie können wir gegen den Trend ansteuern, wenn auch ein deutlich vergrößertes Budget im Bereich Personalwerbung notwendig ist. Aber auch die Anforderungen der Unternehmen ändern sich.

Frage: Inwiefern?

Mörsch: Gerade in den letzten Monaten haben wir einen deutlichen Anstieg im Bereich der Personalvermittlung zu verzeichnen. So hat sich die Zahl der Direktvermittlungen, also ohne vorgelagerte Zeitarbeit, im letzten Quartal sogar verfünffacht. Besonders qualifizierte Fach- und Führungskräfte werden von den Unternehmen gesucht. In einigen Geschäftsstellen haben wir seit deren Bestehen bereits über 1.000 Vermittlungen getätigt. Wir sehen dies mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Aber dies ist nun mal unsere Dienstleistung, die wir unseren Kunden zur Verfügung stellen.

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